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Proktologie in Osnabrück: Beschwerden, Diagnostik und Behandlung

Blut am Toilettenpapier, Schmerzen oder Juckreiz am After: mögliche Ursachen, der Ablauf der proktologischen Untersuchung und wann Sie nicht warten sollten.

Praxis am Salzmarkt

Veröffentlicht am
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6 min

Warum proktologische Beschwerden zur Sprache gehören

Proktologische Beschwerden sind sehr häufig, werden aber von vielen Patientinnen und Patienten lange verschwiegen. Schmerzen, Juckreiz, Brennen oder Blut am Toilettenpapier sind unangenehme Themen, über die man nicht gerne spricht. Gerade deshalb ist eine ruhige und sachliche Abklärung wichtig.

Nicht jede Veränderung im Analbereich bedeutet automatisch Hämorrhoiden. Hinter ähnlichen Beschwerden können sehr unterschiedliche Ursachen stehen, von einer harmlosen Hautreizung über eine Analfissur bis hin zu entzündlichen Erkrankungen oder, deutlich seltener, einer bösartigen Veränderung.

In unserer hausärztlichen Praxis in Osnabrück bieten wir eine erste proktologische Abklärung, Beratung und konservative Behandlung an. Wenn eine weiterführende diagnostische oder operative Therapie erforderlich ist, organisieren wir die entsprechende Überweisung zu einer spezialisierten chirurgischen beziehungsweise koloproktologischen Einrichtung.

Die proktologische Abklärung übernimmt bei uns ein Facharzt mit der Zusatzbezeichnung Proktologie. Die einzelnen Qualifikationen finden Sie bei unserem Team.

Mit welchen Beschwerden kann man sich vorstellen?

Eine proktologische Untersuchung kann sinnvoll sein bei:

  • Blut am Toilettenpapier oder Blutauflagerungen auf dem Stuhl
  • Schmerzen beim oder nach dem Stuhlgang
  • Juckreiz oder Brennen im Analbereich
  • Schwellungen oder tastbaren Knoten am After
  • Druck- oder Fremdkörpergefühl
  • Nässen oder Schleimabgang
  • wiederkehrenden Entzündungen
  • Wunden oder Einrissen am After
  • Veränderungen der Haut im Analbereich
  • Problemen mit der Stuhlkontinenz
  • unklaren Beschwerden beim Stuhlgang
  • wiederkehrender Verstopfung mit Schmerzen im Analbereich

Wichtig ist besonders eine ärztliche Abklärung bei neu aufgetretenem oder wiederkehrendem Blut im Stuhl. Blutungen sollten nicht automatisch Hämorrhoiden zugeschrieben werden.

Welche Erkrankungen gehören zur Proktologie?

Zu den häufigen Erkrankungen und Veränderungen gehören unter anderem die folgenden Krankheitsbilder.

Hämorrhoidalleiden

Hämorrhoiden sind ein normaler Bestandteil des Verschlussapparates des Enddarms. Von einem Hämorrhoidalleiden spricht man erst, wenn vergrößerte Hämorrhoiden Beschwerden verursachen, zum Beispiel Blutungen, Juckreiz, Nässen oder ein Fremdkörpergefühl. Die Behandlung richtet sich nach dem Befund und dem Stadium. Die Leitlinien empfehlen eine stadien- und patientenangepasste Therapie.

Analfissur

Eine Analfissur ist ein Einriss der Schleimhaut im Analkanal. Typisch sind teilweise sehr starke Schmerzen während und nach dem Stuhlgang sowie gelegentlich hellrotes Blut. Akute Analfissuren werden in der Regel zunächst konservativ behandelt und weisen eine relativ hohe Heilungstendenz auf.

Analvenenthrombose

Dabei handelt es sich um einen plötzlich auftretenden, häufig schmerzhaften Knoten am Analrand. Die Beschwerden entstehen oft innerhalb kurzer Zeit. Je nach Größe, Dauer und Beschwerdeintensität kommen konservative Maßnahmen oder eine chirurgische Behandlung infrage.

Perianalekzem

Juckreiz, Brennen, gerötete oder gereizte Haut rund um den After können durch Feuchtigkeit, Stuhlreste, übertriebene Hygiene, Kontaktallergien oder andere Hauterkrankungen entstehen. Wichtig ist zunächst, die Ursache zu klären, bevor dauerhaft Salben eingesetzt werden.

Perianalabszess und Analfistel

Ein Abszess ist eine eitrige Entzündung im Bereich des Afters und verursacht häufig zunehmende Schmerzen, Schwellung und manchmal Fieber. Eine Analfistel ist eine krankhafte Verbindung zwischen dem Analkanal und der Haut. Bei Verdacht auf einen Abszess oder eine Fistel ist häufig eine chirurgische Weiterbehandlung erforderlich.

Marisken

Marisken sind Hautläppchen am Analrand. Sie sind meist harmlos, können aber die Analhygiene erschweren oder mit anderen Erkrankungen verwechselt werden.

Entzündliche Erkrankungen des Enddarms

Auch chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Infektionen oder andere Entzündungen können Beschwerden im Anal- und Rektalbereich verursachen. Beschwerden, die den gesamten Verdauungstrakt betreffen, ordnen wir gemeinsam mit den übrigen Befunden ein. Weitere Hinweise dazu finden Sie in unserem Beitrag zu Magen-Darm-Beschwerden.

Feigwarzen und andere Hautveränderungen

Condylome sowie andere Haut- oder Schleimhautveränderungen im Analbereich sollten ärztlich beurteilt werden, insbesondere wenn sie neu auftreten, wachsen oder bluten.

Tumorerkrankungen des Analkanals oder Enddarms

Bösartige Erkrankungen sind deutlich seltener als Hämorrhoiden oder Fissuren, können aber ähnliche Symptome verursachen. Deshalb ist insbesondere bei Blutungen, tastbaren Veränderungen, anhaltenden Beschwerden, Gewichtsverlust oder einer deutlichen Veränderung der Stuhlgewohnheiten eine sorgfältige Abklärung erforderlich. Zur Früherkennung von Darmkrebs beraten wir Sie im Rahmen der Vorsorge und Prävention.

Wie läuft eine proktologische Untersuchung ab?

Zu Beginn steht immer ein ausführliches Gespräch. Danach erfolgt je nach Beschwerdebild eine Untersuchung der Analregion. Nicht jeder Patient benötigt automatisch jede Untersuchung. Welche Diagnostik sinnvoll ist, hängt von Beschwerden, Alter, Vorgeschichte und Untersuchungsbefund ab.

Das ärztliche Gespräch

Dabei interessieren uns unter anderem:

  • Art und Dauer der Beschwerden
  • Schmerzen
  • Blutungen
  • Veränderungen des Stuhlgangs
  • Verstopfung oder Durchfall
  • vorausgegangene Erkrankungen oder Operationen
  • Medikamente, insbesondere Blutverdünner
  • frühere Darmspiegelungen
  • familiäre Darmerkrankungen

Inspektion

Die äußere Analregion wird auf Hautveränderungen, Schwellungen, Entzündungen, Fissuren, Thrombosen oder andere Auffälligkeiten untersucht.

Digitale rektale Untersuchung

Der Enddarm wird vorsichtig mit dem Finger untersucht. Dabei können unter anderem Druckschmerz, Raumforderungen und die Funktion des Schließmuskels beurteilt werden.

Ergänzend ordnen wir die Beschwerden bei Bedarf in den Gesamtbefund ein und nutzen dafür die Möglichkeiten unserer internistischen Diagnostik.

Welche Behandlung können wir anbieten?

Ein großer Teil proktologischer Beschwerden kann zunächst konservativ behandelt werden. Dazu gehören je nach Diagnose beispielsweise:

  • Beratung zur Regulierung des Stuhlgangs
  • ausreichende Flüssigkeitszufuhr
  • ballaststoffreiche Ernährung
  • gegebenenfalls zusätzliche Ballaststoffe wie Flohsamenschalen
  • Vermeidung von starkem Pressen
  • angepasste Analhygiene
  • lokale Salben oder andere Medikamente
  • Schmerzbehandlung
  • Behandlung von Hautreizungen
  • Behandlung einer akuten oder chronischen Analfissur entsprechend dem Befund
  • Beratung bei Hämorrhoidalbeschwerden

Bei einer Analfissur spielen insbesondere eine weiche Stuhlkonsistenz und eine ballaststoffreiche Ernährung eine wichtige Rolle. Bei chronischen Verläufen können zusätzlich lokal wirksame Medikamente zur Entspannung des inneren Schließmuskels eingesetzt werden. Bleibt die Heilung aus, kommen weitere Verfahren bis hin zur Operation infrage.

Wann ist eine operative Behandlung notwendig?

Nicht jede proktologische Erkrankung muss operiert werden. Bei bestimmten Befunden kann eine Operation oder eine spezielle proktologische Intervention jedoch sinnvoll oder notwendig sein. Beispiele sind:

  • fortgeschrittenes Hämorrhoidalleiden
  • chronische therapieresistente Analfissur
  • Analabszess
  • Analfistel
  • bestimmte Tumoren
  • ausgeprägte oder komplizierte Befunde

Wenn wir bei der Untersuchung feststellen, dass eine operative oder weiterführende spezialisierte Behandlung notwendig ist, beraten wir Sie über die nächsten Schritte und überweisen gezielt an eine entsprechende chirurgische oder koloproktologische Fachabteilung.

Wann sollte man nicht lange warten?

Eine zeitnahe ärztliche Abklärung ist insbesondere sinnvoll bei:

  • wiederholten oder stärkeren Blutungen
  • neu aufgetretenem Blut im Stuhl
  • zunehmenden Schmerzen
  • schmerzhafter Schwellung
  • Fieber in Verbindung mit analen Beschwerden
  • eitrigem Sekret
  • neu aufgetretenen tastbaren Veränderungen
  • ungeklärtem Gewichtsverlust
  • länger anhaltender Veränderung der Stuhlgewohnheiten
  • Beschwerden, die trotz eigener Behandlung nicht abklingen

Stärkere Blutungen, ausgeprägte Schmerzen mit Fieber oder eine rasch zunehmende schmerzhafte Schwellung können eine dringliche ärztliche Beurteilung erforderlich machen.

Wichtig für Patientinnen und Patienten

Viele Menschen warten aus Scham sehr lange, bevor sie proktologische Beschwerden ansprechen. Medizinisch gibt es dafür keinen Grund. Die Untersuchung gehört für den behandelnden Arzt zum normalen medizinischen Alltag. Je früher die Ursache geklärt wird, desto häufiger können Beschwerden mit relativ einfachen Maßnahmen behandelt werden.

Und ebenso wichtig:

Nicht jedes Blut am Toilettenpapier sind Hämorrhoiden. Nicht jeder Knoten am After ist gefährlich. Aber anhaltende oder wiederkehrende Beschwerden sollten untersucht werden.

Wenn Sie eine proktologische Abklärung wünschen, vereinbaren Sie einen Termin. Wir besprechen Ihre Beschwerden in Ruhe und legen gemeinsam mit Ihnen das weitere Vorgehen fest.


Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen wenden Sie sich bitte an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt.

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